Glossar
Telechirurgie
Der Begriff Telechirurgie umfasst eine Reihe von Begrifflichkeiten, Verfahren und Techniken wie
• Computerassistierte Chirurgie (Telementoring), Computerunterstützte Chirurgie (Computer Aided Surgery – CAS)
• Medizinrobotik
• OP-Roboter
• Minimal invasive Chirigie (MIC)
• Simulation von Operationen[1]
Im Allgemeinen wird Telechirurgie als „ferngesteuerte Operation, bei welcher der...
Teledermatologie
Die Dermatologie beschäftigt sich mit der Haut des Menschen und dabei vorrangig auch mit krankhaften Veränderungen der Haut, wie zum Beispiel Melanomen. Es existieren zwei Ansätze für teledermatologische Systeme:
Die zentrale Datenbank und die Echtzeit-Konsultation. Im ersten Ansatz werden Aufnahmen in einer zentralen Datenbank hinterlegt, die dann auch anderen Experten zur Verfügung stehen oder später als Referenz zum Vergleich mit, zum Beispiel dem heutigen Aussehen eines Muttermals, verglichen werden können.
Beim zweiten Ansatz wird wie bei der Telekonsultation ein Dermatologe als Spezialist beigezogen, der einen Allgemeinmediziner über die Distanz hinweg mit seinem Fachwissen unterstützen kann. Dies kann ein relativ erfolgversprechender Ansatz sein, da die Angst maligne Melanome und damit Hautkrebs zu übersehen recht stark verbreitet ist.
Telediabetologie
Die „Zuckerkrankheit“ Diabetes mellitus hat sich in Europa in den letzten Jahrzehnten zu einem gesundheitspolitischen Problem entwickelt. Laut der internationalen Diabetes Föderation litten im Jahr 2004 ca. 60 Millionen Europäer an der Wohlstandskrankheit, wobei davon ausgegangen wurde, dass 50% der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung wussten.
In Deutschland sind aktuell über 7 Millionen Menschen in Behandlung, we...
Telekardiologie
Telecardiology is the practice of cardiology which utilises telecommunications. Telecardiology aims to provide chronically ill patients with access to healthcare providers and to maintain their quality of life while reducing the healthcare costs.”[5]
Telekonsil / Teleradiologie
Mitte der 90er Jahre waren einzelne medizinische Einrichtungen, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht über eine eigene Radiologie verfügten, soweit mit EDV-Systemen ausgestattet, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen radiologische Bilddaten zur Befundung über eine informationstechnologische Verbindung an eine räumlich entfernte radiologische Fachabteilung senden konnten. Mit einer heute schon hohen Durchdringung im klini...
Telekooperation
Bei der Telekooperation geht es in erster Linie um die Durchführung von Telekonsilen. Im Rahmen der Einholung von Zweitmeinungen und Expertenkonsultationen wird medizinisches Bild- und Videomaterial übertragen.
Telemonitoring
Unter Telemonitoring versteht man die Überwachung von Patienten bzw. von Vitalfunktionen durch den Arzt oder das Pflegepersonal über eine räumliche Distanz hinweg. Bei der Patientenversorgung lassen sich zwei Bereiche differenzieren.
Zum einen gibt es die Überwachung physiologischer Parameter. Dabei erfassen körpernahe Sensoren kontinuierlich indikationsrelevante Vitalparameter wie z.B. Blutdruck, Puls und EKG. Die Daten werden zunächst an eine Basisstation übermittelt und von dort aus an ein telemedizinisches Servicezentrum weitergeleitet. Hier werden die Daten erfasst und ausgewertet. Der Arzt greift über das Internet und einen geschützten, persönlichen Zugang auf die Daten zu.
Zum anderen gibt es die umfassende Kommunikation zwischen Leistungserbringer und Patient. Dies geschieht als Teil einer interaktiven Betreuung im Sinne eines Disease- bzw. Case-Managements.
Teleneurologie
Telemedizinische Anwendungen entwickeln sich in der Neurologie in Form der Teleneurologie. Teleneurologie darf nicht mit Teleradiologie verwechselt werden. Während bei letzterem Verfahren z. B. CT-Bilder über eine Datenleitung einem räumlich entfernten Krankenhaus bzw. Teleradiologen übermittelt werden, beinhaltet die Teleneurologie neben der Betrachtung von CT-Bildern die körperliche Untersuchung des Patienten am Bildschirm durch einen Teleneurologen. Dazu wird eine speziell für die Medizintechnik zugelassene Videokonferenztechnologie mit entsprechenden Bandbreiten der verwendeten Datenleitung eingesetzt, die sowohl im regionalen Krankenhaus als auch in einem neurologischen Zentrum wie einem Schlaganfall-Zentrum (Stroke Unit) installiert sein müssen. Ein Teleneurologe kann somit einen internistischen Kollegen vor Ort bei der Untersuchung beobachten, begleiten und anleiten sowie den Patienten selbst und seine Angehörigen befragen.[1]
Teleonkologie
Bei der Bekämpfung maligner Tumoren ist es hilfreich, wenn viele Spezialisten sich die oft langdauernde Behandlung mit unterschiedlichen Modalitäten teilen. Neben der operativen Therapie ist oft eine Bestrahlung, eine Chemotherapie oder als Kombination eine Radio-Chemotherapie notwendig. Idealerweise setzen sich die an einer derartigen Therapie-Sequenz Beteiligten zur genauen Besprechung der Details zusammen (sogenanntes Onkologisches Kolloquium). Darin werden nicht nur Termine aufeinander abgestimmt, sondern auch einen Verlaufskontrolle möglich, bei der alle Behandelnden gleichermaßen informiert werden können. Eventuell notwendige Therapieunterbrechungen, die von der ursprünglichen Planung abweichen, können schnell und einfach übermittelt werden.[3]
Teleophthalmologie
Die Teleophthalmologie bedient sich diverser Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung und Verbesserung der Behandlung in der Augenheilkunde. Ein Anwendungsbereich ist z.B. die Übermittlung digitaler Aufnahmen des Augenhintergrundes an ophthalmologische Spezialisten zur weiteren Befundung.
Telepathologie
Telepathologiesysteme sind computergestützte Systeme für die Ferndiagnostik in der Pathologie. Sie gehören in die Kategorie der Befundungsdienste mit Fernsteuerung. In der pathologischen Diagnostik wird zumeist in einem ersten Schritt eine grobgewebliche Beurteilung des zu untersuchenden Präparats vorgenommen (Makroskopie). Hierbei werden durch die visuelle Untersuchung und das Betasten des Gewebes (Palpation) verdächtige Are...
Telepsychiatrie
Telepsychiatrie bezeichnet die medizinische Beratung im Fachbereich Psychiatrie und Psychosomatik über Distanzen hinweg mittels telematischer Applikationen. Sie ist eine Mischform aus Telekonsultation (akuter Charakter) und Telemonitoring (chronischer Charakter).
Telesomnologie
In der Schlafforschung wird das Verhalten und sämtliche körperlichen Prozesse und Bewusstseinsvorgänge während des Schlafs, sowie die Wechselwirkung zwischen Schlafen und Wachen und dem Schlaf und der Umwelt untersucht. Der Begriff Telesomnologie bezeichnet die Lehre vom Schlaf, wozu neben der Schlafforschung auch die Schlafmedizin gehört unter Zuhilfenahme von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien wie z.B. beim Schlafmonitoring.
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Literatur
1. Gärtner, A. (2006). Medizintechnik und Informationstechnologie - Band 3, Telemedizin und computergestützte Medizin. Köln: TÜV Media GmbH.
2. Schönenberger, U., Besetti, G., & Koch, P. (2002). Telemedizinische Verfahren: Auf dem Weg zum Standard. Bern: Bundesamt für Sozialversicherung, Schweiz.
3. Jähn, K., & Nagel, E. (2004). e-Health. Berlin-Heidelberg: Springer Verlag GmbH.
4. VDE Initiative Mikromedizin. (März 2008). VDE-Positionspapier TeleMonitoring zur Prävention von Diabetes-Erkrankungen. Von www.vde.com abgerufen.
5. Beolchi, L. (2003). Telemedicine Glossary 5th Edition. Brussels: European Commission, Information Society Directorate-General.
6. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit – AG RS II 1. (30. 04. 2003). Abgerufen am 21. 07. 2008 von http://80.237.211.47/fileadmin/user_upload/Fachverbaende/Elektromedizinische_Technik/Brancheninformationen/Gesetze_Normen/Hintergrundpapier_BMU_Teleradiologie.pdf.
7. Lehmann, T. M. (2005). Handbuch der Medizinischen Informatik. München Wien: Carl Hanser Verlag.